Sprechen Sie uns an! Mo.-Fr. 9.00-17.00 Uhr +49 (0) 351/47791-0

Guten Morgen, Kollege Roboter: Wie Industrieroboter die Arbeitswelt von heute und morgen mitgestalten

Roboter – das lässt manch einen an Mr. Data vom Raumschiff Enterprise denken oder an ähnliche Science-Fiction-Charaktere. Aber welche der Ideen der Filmemacher sind tatsächlich umsetzbar oder heute sogar schon real? Wie wird die Welt von morgen tatsächlich in puncto Roboter aussehen? Werden sie eigenständig agieren können, selbst lernen, sprechen und uns viele schwere oder ungeliebte Tätigkeiten abnehmen? Können sie uns in der Arbeitswelt vielleicht sogar ersetzen? Und wie weit sind wir noch davon entfernt? Wir stellen Ihnen Ihren neuen Kollegen Roboter vor, zeigen wie Industrieroboter in der Arbeitswelt und im Speziellen in der Fertigung bereits von Nutzen sind und beleuchten auch kritische Aspekte.

Das ursprüngliche Roboter-Gerüst, wie man es aus der Produktion kennt, wird sich in naher Zukunft nicht sehr stark verändern. Das eigentliche Entwicklungspotenzial liegt eher in der Art, wie ein Roboter programmiert und Informationen verarbeiten wird. Denn Industrieroboter werden in Zukunft immer autonomer.

Bisher wurden Industrieroboter überwiegend mit fixen Abläufen programmiert. Diese werden bei Umstellungen in der Fertigung angepasst bzw. durch neue Programme ersetzt. In Zukunft sollen Roboter Aufgaben erfüllen, für die so wenig wie möglich manuell eingeben werden muss. Aus wenigen Informationen sollen sie so viel wie möglich komplett automatisiert ableiten.

Die Automatisierung wird immer stärker vom ‚Internet‘-Denken beeinflusst: dazu gehören beispielsweise Themen wie Lernalgorithmen, moderne Informationsverarbeitung, Anbindung zur Cloud oder Künstliche Intelligenz (KI). Aber nicht nur Roboter, sondern auch die Maschinen, Produkte und Bauteile werden immer stärker selbständig miteinander kommunizieren und daraus entsprechende Verhaltensweisen und Aufgaben ableiten.

Unterstützung oder Gefahr für die Arbeitskraft Mensch

Generell läuft die Technologie-Entwicklung heute so rasant wie nie zuvor. Auch ist es schwer, zuverlässige Vorhersagen für die kommenden Jahre zu treffen. Aktuell wird unter anderem vor allem im Bereich „Mobilität“ geforscht und getüftelt. Autonomes Fahren und Fliegen stehen dabei ganz oben auf der To-Do-Liste von Wissenschaftlern und Technikern.

Gerade die Arbeitswelt ist aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung und der damit verbundenen autonomen Systeme einem immer stärkeren Wandel unterlegen. Schon heute funktionieren zahlreiche Prozesse in der Fertigung vollautomatisiert bzw. computergesteuert. Und in vielen Bereichen bleibt die Arbeit liegen, wenn das Internet ausfällt. So ist es übrigens auch uns ergangen, als im Frühjahr 2018 aufgrund eines technischen Problems das Internet für ein paar Tage komplett ausgefallen ist und für weitere zwei Woche nur sporadisch zur Verfügung stand. Das Ergebnis: für viele Aufgaben haben wir wesentlich mehr Zeit benötigt als vorgesehen. Und die meisten Mitarbeiter mussten ihren Arbeitsplatz spontan nach Hause verlegen.

Im Zuge der Automatisierung stehen nicht nur niedrigqualifizierte Berufe unter Druck. Kritiker befürchten, dass auch hochqualifizierte Berufe durch digitale Systeme ersetzt werden könnten. Die Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung belegt, dass dies nur bedingt der Fall ist. Danach werden bei etwa 25 Prozent der Arbeitnehmer ein Anteil von bis zu 70 Prozent der bisherigen Tätigkeit von Maschinen übernommen. Diese wiederum müssen jedoch überwacht und gesteuert werden. Damit ändert sich zwar die Tätigkeit des Arbeitnehmers, der Arbeitsplatz fällt jedoch nicht weg. Die Studie ergab außerdem: Je höher die Qualifikation und der Bildungsgrad der Arbeitnehmer, umso weniger Tätigkeiten können durch Automaten und Computer übernommen werden.

Und auch Angela Merkel findet bei Ihrem Besuch einer japanischen Universität mahnende Worte Merkel gegen den unkontrollierten Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI). Dabei erklärt Sie, dass man die KI entmystifizien und ein nüchternes Verhältnis zu deren Einsatz haben müsste. „Was wir tun, muss dem Menschen dienen“ – und der Mensch müsse die Oberhand behalten.

Worauf es also vielmehr ankommt, ist das harmonische Zusammenspiel des langjährigen Know-hows und der Erfahrungswerte des Menschen mit den Software-basierenden Automatismen. Nach einer Studie von McKinsey sind sogar eine um 20% höhere Produktivität bei einzelnen Arbeitsschritten realisierbar, wenn Roboter und Mitarbeiter gezielt zusammen arbeiten.

Industrieroboter als als LKW-Fahrer, Paketbote oder Anwaltsassistent

Ein Beispiel: Der Roboter-Anwalt ‚Ross‘ wird in der Anwaltskanzlei Baker&Hostetler eingesetzt. Dort übernimmt er die Recherche und Analyse von Unterlagen, Gesetzesbüchern und Anträgen eines aktuellen Falles. Mit Hilfe seiner künstlichen Intelligenz kann er Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen Themen finden. Ross stellt dabei seinen Kollegen die notwendigen Unterlagen und eine Einschätzung der Relevanz für den aktuellen Fall samt Dokumentation bereit.

In der industriellen Fertigung werden autonome Industrieroboter in den kommenden Jahren voraussichtlich zunächst in abgegrenzten, strukturierten Umgebungen wie z.B. im Lager eingesetzt. So testet der Internethändler Amazon beispielsweise aktuell den Einsatz von Drohnen und veranstaltet eine ‚PickingChallenge‘. Dabei müssen Roboter diverse Objekte wie DVDs, Kuscheltiere und Haushaltsutensilien aus einem Regalfach nehmen, in einen Korb legen und umgekehrt.

Transportroboter sind in den Logistikzentren von Amazon schon heute im Einsatz. Dabei werden die passenden Regale automatisiert zu den Mitarbeitern gebracht und die Mitarbeiter müssen nicht mehr zu den Regalen laufen.

In Hamburg testet das Logistikunternehmen Hermes Lieferroboter. Diese fahren in Schrittgeschwindigkeit auf Fußwegen und liefern auf Kundenwunsch das Paket aus einem nahegelegenem Paketshop direkt vor die Haustür. Der Kunde wird per SMS benachrichtigt, wenn der Roboter vor Ort eingetroffen ist. Die Roboterzustellung soll in Zukunft als Serviceangebot für Medikamente und Lebensmittel zum Einsatz kommen.

Bei führenden Automobilkonzernen kommen Roboter immer stärker in Kollaboration mit Menschen zum Einsatz. Das betrifft leichte Sensor-gesteuerte Roboter, die nicht hinter Schutzzäunen agieren, sondern im Team mit Menschen arbeiten.

Auch im Bereich Medizin werden Roboter bzw. assistierende Systeme schon länger sehr erfolgreich eingesetzt. Vor allem bei Operationen verhelfen vom Menschen gesteuerte Roboter zu einer größeren Präzision und ersparen Patienten unnötig große Wunden oder Blutungen. In Japan sind sogar schon Pflegeroboter im Einsatz, die Medikamente oder Essen den Patienten ans Bett bringen.

Roboter sind aus der modernen Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken

Roboter werden künftig sowohl in unserem persönlichen Umfeld als auch in der Arbeitswelt noch deutlich stärker zum Einsatz kommen als bisher. Dabei wird der Roboter in den seltensten Fällen den Menschen vollkommen ersetzen, sondern vielmehr Prozesse beschleunigen, vereinfachen oder im Ergebnis verbessern.

Die kommende Robotergeneration steht schon vor der Tür. Sie wird smarter, intelligenter und leichter zu bedienen sein als jede Generation davor. Wir werden mit ihnen sprechen können wie mit einem Menschen. Sie werden feinmotorische und komplexe Aufgaben ausführen und viel mehr können als ihre derzeitigen Artgenossen.

Der Beitrag wurde am 25.01.2018 veröffentlicht und am 08.03.2019 überarbeitet.

3D-Simulationsplattformen wie Visual Components können Sie dabei unterstützen, Ihre Materialflüsse mit Industrierobotern zu optimieren. Wenn Sie planen, Roboter einzusetzen oder bereits Roboter im Einsatz haben, zeigen wir Ihnen gern im Rahmen eines Webcast, wie Sie Ihre Fertigungsabläufe mit Industrierobotern bereits im virtuellen Raum testen können.

Der Beitrag wurde am 25.01.2018 veröffentlicht und am 08.03.2019 überarbeitet.
Quelle Beitrags-Bild: Adobe Stock, von peshkova

Das könnte Sie auch interessieren:

Was muss smarte Robotersimulation können? – Gastbeitrag von Ralf Dohndorf in IT-Production

Arbeit 4.0: drohende Prekarisierung oder ungeahntes Potential – ein Beitrag in unserem APS-Blog

Zum Anfang der Seite srollen