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7 Fragen an Ralf Dohndorf von DUALIS

 

… über seine schönsten DUALIS-Momente, die spannendsten Entwicklungs-Meilensteine der 3D-Simulationssoftware Visual Components und die Herausforderung mehr als ein Vertriebspartner zu sein

 

Ralf Dohndorf im Interview

Ralf Dohndorf und DUALIS hatten 2018 10-Jähriges Jubiläum. Wir finden, das ist nicht nur Grund zum Feiern, sondern auch ein besonderer Anlass, unserem Head of Factory Simulation mal etwas genauer auf den Zahn zu fühlen. Wir wollen wissen, was Ralf in den vergangen 10 Jahren bei der Arbeit angetrieben hat, warum DUALIS der richtige Partner auf dem Weg zur smarten Fabrik ist und wie die Fabrik der Zukunft aussieht.

Du arbeitest seit über 10 Jahren bei DUALIS. Erzähle uns bitte von Deiner Reise bei DUALIS: Wie bist Du zu DUALIS gekommen, wie konntest Du Dich weiterentwickeln und was waren Deine schönsten Momente?

Ich habe Maschinenbau studiert und hatte vor DUALIS eigentlich kaum Berührungspunkte mit Simulationen. Durch den Kontakt zum Betreuer meiner Abschlussarbeit über Virtual Reality im Maschinenbau wurde Herr Prof. Krug, der Gründer von DUALIS, auf mich aufmerksam. Er hat mich direkt angesprochen, ob ich nicht Interesse hätte, bei DUALIS im Simulationsbereich einzusteigen. Da Virtual Reality und Simulation schon damals nicht weit von einander entfernt waren (und zu meiner großen Freude inzwischen auch untrennbar zusammengehören), war ich sofort von der Idee begeistert.

In den ersten Jahren bei DUALIS begleitete ich als Projektmanager die Einführung der Simulationssoftware VISUAL COMPONENTS bei einer Vielzahl von Unternehmen. Dabei konnte ich mich perfekt in das Thema Simulation einarbeiten und mir im Laufe der Jahre einen enormen Erfahrungsschatz in der Durchführung von Simulationsstudien oder der Konzeption und Modellierung von Komponenten für die Visual Components Plattform erarbeiten. Da die Anfragen im Vertrieb mit der Zeit immer technischer und detaillierter wurden, unterstützte ich ab 2014 auch die Vertriebsaktivitäten des Unternehmens. Inzwischen forciere ich als Head of Factory Simulation die strategische Entwicklung unserer Businessunit. Und seit 2018 bin ich zusätzlich als Datenschutzbeauftragter von DUALIS tätig. 

Wer mehr als 10 Jahre bei einem Arbeitgeber bleibt, muss sich sehr wohl fühlen – und so ist es auch bei mir. Durch die abwechslungsreiche Arbeit mit ständig neuen Herausforderungen und der freundschaftlich geprägten Arbeitsatmosphäre im DUALIS-Team konnte ich viele schöne Momente erleben. Dazu zählen unser jährlich stattfindendes Sommerfest mit Paddeltouren und Wasserschlachten auf der Elbe oder Spree sowie die gemeinsamen Grillabende mit Kollegen. Besonders spannend sind für mich auch immer die Reisen nach Helsinki zu Partnertreffen von Visual Components und die damit verbundenen Einblicke in die finnischen Gepflogenheiten. Von der technischen Seite her hat mich das Release der neuen Simulationsplattform 4.0 von Visual Components am meisten beindruckt. Denn dieses stellt mit dem neuem Design und der erweiterten Funktionsvielfalt einen wirklichen Umbruch in der Produkthistorie von Visual Components dar.

Dann bist Du immer auch dem Bereich der Fabriksimulation treu geblieben. Was macht gerade diesen Bereich so besonders spannend für Dich?

Spannend finde ich die unterschiedlichsten Anforderungen, die es bei der Fertigungssimulation zu bewältigen gilt. Das sind einerseits die Anforderungen aus den verschiedenen Unternehmensbereichen wie Vertrieb, Planung, Projektierung, Engineering und Inbetriebnahme. Auf der anderen Seite kommen die Anforderungen aus verschiedenen Anwendungsfeldern wie Layouterstellung, virtuelle Inbetriebnahme, Robotik oder Virtual Reality. Die Herausforderung besteht dann darin, die offene Simulationsplattform von Visual Components an den Kundenwünschen und -bedürfnissen auszurichten und die passenden Lösungen mit dem Kunden gemeinsam zu erarbeiten.

Dadurch bekomme ich immer wieder neue Einblicke in verschiedenste Industriezweige, von der Lebensmittelindustrie über die Halbleiterindustrie bis zum Automobilzulieferer, vom kleinen Planungsbüro bis zur Hochschule, von Beschichtungsanlagen über Spritzgussanlagen bis hin zu Verpackungsanlagen. Es wird nie langweilig, da der Bedarf an 3D-Simulationen in der Fertigung unabhängig von Branche und Unternehmensgröße besteht.

Ralf Dohndorf testet Virtual Reality im Anlagenbau auf dem Anwenderforum 2018

Inzwischen hat sich auch im Bereich der Virtual Reality sehr viel getan. Während meines Studiums noch kaum vorstellbar, ist VR heute absolut marktreif und noch enorm ausbaufähig, was das Thema für mich besonders reizvoll macht. So können Visual Components Kunden ihre Simulationen via VR-Brille auch live erleben und sich beispielsweise schon vor dem Fertigstellungstermin mit einer neuen Anlage vertraut machen. Aber wie gesagt – das ist erst der Anfang. Hier kommen sicher noch viele Weiterentwicklungen wie z.B. Multi-User-Funktion und Interaktivität auf uns zu.

DUALIS ist seit 12 Jahren offizieller Vertriebspartner der 3D-Fabriksimulationsplattform Visual Components. Dann konntest Du die Weiterentwicklung der Simulations-Software hautnah miterleben. Was waren dabei die größten Meilensteine und warum?

Meilensteine bei der Software-Entwicklung sind natürlich immer mit dem Release neuer Versionen verknüpft. Mit der 2009er Version beispielsweise kam ein erheblicher Sprung hinsichtlich Stabilität. Da die Plattform offen gestaltet ist, kann es immer auch zu Fehleingaben seitens der Anwender kommen – mit 2009 wurden Systemabstürze jedoch sehr selten.

Mit dem Release in 2012 wurde der Export von animierten 3D-PDF ermöglicht. Dieser trifft nach wie vor auf positive Resonanz seitens der Anwender, weil sich die erstellten 3D-Modelle mit Animation im AdobeReader betrachten und Simulationsergebnisse sowie –konzepte damit einfach kommunizieren lassen.

2014 wurde die Works-Bibliothek veröffentlicht. Diese bietet dem Nutzer einen vielfältigen und standardisierten Aufbau von komplexen Abläufen im Zusammenspiel von Robotern und Mitarbeitern. Zudem reduziert sie die sonst häufig bei komplexen Materialflüssen erforderliche Python-Programmierung oder macht diese sogar überflüssig.

Der wohl für mich größte Meilenstein war die Veröffentlichung der Simulationsplattform Visual Components Version 4.0 in 2016. Mit der Einführung der neuen Produktlevel Essentials, Professional, Premium und den Sprung auf 64 Bit ist eine komplette neue Benutzeroberfläche entstanden. Die einfache intuitive Bedienung, eine Vielzahl integrierter Features wie CAD-Import, Konnektivität (SPS-Anbindung) oder 2D-Zeichnungsableitung, neue Funktionen in der Robotik sowie die offene .NET API machen die Plattform aus meiner Sicht zu einem mächtigen Werkzeug für die Roboter- und Materialflusssimulation.

Die Einführung von Visual Components Experience rundet die Liste der Meilensteine für mich ab. Mit dem kostenfreien Viewer lassen sich Simulationen auf mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablets sowie in der Virtual Reality erleben.

In wie weit wurde dabei immer auch das Leistungsangebot von DUALIS erweitert, um den wachsenden und dynamischen Anforderungen in der smarten Fabrik gerecht zu werden und was war Dein Part daran?

Simulation bedeutet natürlich immer zusätzlichen Aufwand im Projektverlauf. Zudem lässt sich der Nutzen von Simulationen nicht immer monetär bewerten. Daher gilt es, die Modellierung effektiv zu gestalten und für andere Projekte nutzbar zu machen.

Mit dem DUALIS eCatalog stellen wir unseren Kunden einen zusätzlichen Modellkatalog zur Verfügung, in dem wir allgemeingültige Simulationskomponenten aus Projekten ableiten, neu- oder weiterentwickeln und für die Nachnutzung bereitstellen. Das können z.B. Komponenten für statistische Auswertungen oder zur Steuerung des Materialflusses nach bestimmten Regeln sein. Dafür habe ich das grundlegende Konzept entworfen und entsprechende Skripte zum Aufbau und zur Aktualisierung des webbasierten Katalogs implementiert.

In Gesprächen mit den Anwendern und in der praktischen Projektarbeit stößt man gelegentlich auf fehlende Funktionen oder mögliche Assistenzfunktionen, die den Modellaufbau, die Modellierung und Simulationsuntersuchung erleichtern würden. Vor diesem Hintergrund habe ich kleinere Add-ons entwickelt, die größtenteils zu unserem DUALIS Add-on Package zusammengefasst wurden und stetig weiterentwickelt werden. Der Anwender erhält somit über den normalen Funktionsumfang der Visual Components Suite hinaus noch weitere hilfreiche Softwareerweiterungen, die ihn bei der täglichen Arbeit unterstützen sollen.

Mit Individuallösungen wie z.B. RippertFutureSim habe ich in Zusammenarbeit mit der Firma Rippert die erste Anbindung von Visual Components an eine laufende Pulverbeschichtungsanlage umgesetzt. Hierbei werden Live-Daten aus der Anlagen-SPS via OPC in das Simulationsmodell übertragen. Die 3D-Simulation kann damit als Anlagenvisualisierung und als Werkzeug für die Planung der zukünftigen Anlagenbelegung genutzt werden.

DUALIS ist inzwischen der erfahrenste Vertriebspartner von Visual Components im deutsch-sprachigen Raum. Was unterscheidet DUALIS von anderen Vertriebspartnern?

Im Vergleich zu anderen Vertriebspartnern liefern wir neben dem reinen Vertrieb bzw. Verkauf der Software einen umfänglichen Service und zusätzliche Erweiterungen rund um die Simulationsplattform. Dabei profitieren unsere Kunden von der langjährigen Erfahrung, die wir seit mehr als 10 Jahren im Vertrieb der Visual Components Produkte auf dem deutschen Markt und mit einer Vielzahl an erfolgreich abgeschlossenen Simulationsprojekten haben. Das spiegelt sich auch im kompetenten Softwaretraining durch unsere Projektleiter wieder, die dabei immer auch ihre Erfahrungen aus dem Projektgeschäft einbringen und auf individuelle Anforderung der Anwender eingehen können.

Auch im Support haben unsere Kunden immer direkten Kontakt zum Fachmann und erhalten unmittelbar Hilfe durch schnelle Problemerfassung und Lösungsfindung. Mit ergänzenden Schulungsunterlagen und Dokumentationen von Komponenten in deutscher Sprache erleichtern wir unseren Kunden den Einstieg in die Fabrikplanung mit Visual Components.

Zusätzlich zum Softwarepaket liefern wir kostenfreie Erweiterungen (DUALIS Add-on Package) und einen eigenen kostenfreien Modellkatalog (DUALIS eCatalog), der die vorhanden Komponentenbibliothek von Visual Components sinnvoll erweitert. Zusätzliche Add-ons, wie z.B. Post-Prozessoren, die es erlauben, die in der Simulation geteachten Roboterprogramme auf reale Robotersteuerung zu übertragen, runden das Spektrum ab. Auch bei Themen rund um die Softwareintegration und -erweiterung auf Basis der .NET API steht unser Entwicklungsteam als kompetenter Partner für Individualentwicklung zur Verfügung.

DUALIS ist bekannt dafür, dass neue Entwicklungen häufig im Rahmen von Kundenprojekten entstehen. Auch die neue Planungssoftware AREAPLAN wurde zusammen mit einem Kunden entwickelt. Dazu wollen wir gern mehr wissen.

Die Firma FILL aus Gurten in Österreich ist langjähriger DUALIS-Kunde und Anwender der Simulationssoftware von Visual Components. Als Sondermaschinenbauer von zum Teil sehr großen Anlagen besteht für FILL immer die Notwendigkeit, einen Teil bzw. die gesamte Anlage vor Auslieferung an den Kunden in den eigenen Fertigungshallen zu montieren und in Betrieb zu nehmen. Der Montageleiter bzw. Hallenmeister hat dabei die komplexe Herausforderung zu bewältigen, die zu montierenden Projekte auf den begrenzten Hallenflächen einzuplanen. Dabei gilt es variierende Lieferzeiten, Montage-, Inbetriebnahme- und Demontagezeiten sowie weitere Restriktionen wie Bodentragfähigkeit-, Bauhöhe und Kranlasten zu berücksichtigen.

Die bisherige Hallenplanung erfolgte auf einer Plantafel mit Ausdrucken von 2D-Zeichnungen und Pin-Nadeln. Das war nicht nur unübersichtlich, sondern erschwerte auch die Darstellung mehrerer gleichzeitig stattfindender Montageprojekte. Daher suchte FILL nach einem digitalen Werkzeug, welches die Planung transparenter, flexibler und effizienter gestaltet. Da es für diesen Bedarf keine passende Lösung auf den Markt gab, entwickelten wir in enger Zusammenarbeit mit FILL einfach eine eigene 3D-Planungssoftware für die Hallenbelegung. Diese basiert auf bewährten Funktionen von Visual Components, welche als Simulationsplattform und umfangreicher .NET API beste Voraussetzung lieferte. Entsprechend der Anforderungen wurde eine Planungslogik implementiert, die den Planer dabei unterstützt, Projekte sowohl zeitlich als auch räumlich für die Montage einzuplanen.

Bei einer tiefgründigen Marktanalyse haben wir festgestellt, dass viele Unternehmen im Bereich Sondermaschinenbau vor derselben Herausforderung stehen und nur bedingt Softwarelösungen am Markt verfügbar sind. Damit wurde aus der projektorientierten Hallenplaner-Software unser neues Produkt AREAPLAN geboren. Mit dieser Lösung möchten wir Unternehmen im Sondermaschinenbau unterstützen, ihrer Fertigung optimaler und effizienter zu gestalten.

Wagen wir zum Abschluss noch einen kurzen Blick in die Glaskugel: Wie wird die Fabrik in 20 Jahren aussehen und welche Maßnahmen muss die smarte Fabrik von heute ergreifen, um auch in Zukunft erfolgreich zu agieren?

Die Systeme in den heutigen Fabriken werden immer autonomer und können selbstständig auf sich ändernde Randbedingungen reagieren. Fabriken der Zukunft sind sicherlich maximal vernetzt, auch mit Fabriken anderer Unternehmen sowie Lieferanten, Kunden und Händlern. Es liegt ein hoher Grad an Automation, Flexibilität und Transparenz vor. Die Fabriken können sich selbständig an neue individuelle Produkte und Randbedingungen (z.B. Marktanforderungen, Rohstoffverfügbarkeit und -kosten) anpassen.

Einzelne Ressourcen oder ganze Fertigungszellen werden autonom in der Fabrik ausgetauscht und damit nur temporär eingesetzt (z.B. Miete von Robotern oder Applikationen), ganz nach dem Motto „Eine Fertigungszelle geht auf Reisen.“ Zusätzlich kommen vermehrt neue Produktionsverfahren wie 3D-Print zum Einsatz und ersetzen konventionelle Konzepte.

Die Maßnahmen zur weiteren Flexibilisierung sind schon im Gange. Bereits jetzt erfolgt die Umstellung der Fertigungskonzepte auf Insellösungen mit einzelnen Fertigungszellen, die über fahrerlose Transportsysteme flexibel miteinander kombiniert werden können. In vielen Fällen ersetzen die freifahrenden autonomen Transportsysteme die konventionellen Warenträger auf Transportbändern oder schienengeführten Systeme. Mit der gemeinsam mit Faurecia entwickelten Komponentenbibliothek für fahrerlose Transportsysteme haben wir hier bereits einen entscheidenden Schritt in die richtige Richtung gemacht.

Der Mensch als Teil der Fabrik kann vieles Remote bzw. per Fernsteuerung regeln. Bei Bedarf an Service kommt die Maschine zum Arbeitsplatz. Künstliche Intelligenz (KI) hält Einzug in diversen Bereichen und übernimmt eine permanente Planung und Optimierung von Prozessen.

Ralf, vielen Dank für das Gespräch.

 

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